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"Playoffs sind kein Muss: Wir wollen die Basis für 1. Bundesliga legen"

Von Alexander Mareis - 12.09.2008

Von Alexander Mareis - 12.09.2008

INTERVIEW MIT JOCHEN GRIESMEIER, FRAUENHANDBALL-TRAINER DER TUS METZINGEN, VOR DEM ZWEITLIGA-START:

In zwei bis drei Jahren soll die deutsche Eliteliga erreicht sein - Trainer Griesmeier baut vor allem auf die Ausgeglichenheit des Metzinger Kaders

Jochen Griesmeier (45) geht mit viel Optimismus in die am Samstag mit dem Auswärtsspiel in Markranstädt startende Zweitligarund und will in seiner zweiten Saison als Cheftrainer der Metzinger Handball-TuSsies den Weg nach oben fortsetzen, ohne sich heuer das Ziel Erreichen der Playoffs als Muss zu setzen.

Herr Griesmeier, die Zweitliga-Saison startet am Samstag mit dem Auswärtsspiel der TuS Metzingen in Markranstädt. Wie geht es dem Trainer kurz vor dem Auftakt?

JOCHEN GRIESMEIER: Ich bin zuversichtlich und kann zufrieden sein. Denn wir haben eine gelungene Vorbereitung absolviert und haben alles dafür getan, um einen soliden Start hinzulegen. Vor dem Auftaktgegner SC Markranstädt, einer meiner Topfavoriten auf den ersten Platz, haben wir allerdings viel Respekt.

Und wie groß ist die Vorfreude innerhalb der TuSsies-Mannschaft auf den Zweitliga-Start?

GRIESMEIER: Bei meinen Spielerinnen kribbelt es, für sie wird es nun Zeit, dass es los geht. Das gewonnene DHB-Pokalspiel gegen den TV Nellingen war wichtig für die Truppe und hat ihr gezeigt, dass sie gegen Ligakonkurrenten bestehen kann. Keine Frage, die Vorfreude ist groß auf die Punkterunde.

Welche Rolle trauen Sie Ihrer Mannschaft denn selbst zu?

GRIESMEIER: Ich bin dieses Jahr sehr vorsichtig. Diese 2. Liga Süd ist ungewöhnlich ausgeglichen. Schon eine kleine Krise kann ausreichen, um entscheidend ins Hintertreffen zu geraten. Daher wird diese Runde besonders schwierig. Auf der anderen Seite kann die Ausgeglichenheit auch bewirken, dass sich am Ende nicht die nominell stärkste Mannschaft durchsetzt, sondern diejenige, die am Konstantesten agiert. Und hier sehe ich unsere Chance. Wobei wir die erforderliche Konstanz natürlich erst noch erlangen müssen. In der Vorsaison war dies schließlich ein großes Manko bei meiner Mannschaft.

Gibt es ein klar definiertes Ziel wie beispielsweise das Erreichen der Playoff-Ränge eins bis vier?

GRIESMEIER: Nein, die Playoffs sind kein Muss. Unser Ziel ist längerfristig und sieht in zwei bis drei Jahren den Aufstieg in die 1. Bundesliga vor. Dafür wollen wir heuer eine solide Basis legen. Natürlich freue ich mich darüber, wenn wir die Playoffs erreichen sollten. Aber es gibt diesbezüglich keine knallharte Vorgabe. Wir können aber sicherlich oben mitmischen.

Sehen Sie herausragende Spielerinnen in Ihrer Mannschaft nach dem Abgang von Leistungsträgerin Iris Cartarius zum VfL Sindelfingen?

GRIESMEIER: Auch wenn es sich wie eine Phrase anhört: Aber bei uns ist die Mannschaft der Star. Ich sehe unsere Ausgeglichenheit als Trumpf an. Eine Sonderrolle wird somit keiner einzelnen Spielerin zuteil werden. Wenngleich Annika Schmid zusammen mit Stefanie Skenderovic sicherlich eine Führungsrolle übernehmen kann. Aber auch Spielerinnen wie Alexandra Kubasta, Patricia Stefani oder Urszula Lipska können Verantwortung übernehmen. Durch unsere Ausgeglichenheit werden wir auf jeden Fall für unsere Gegner in der 2. Liga Süd unberechenbarer.

Erläutern Sie doch diese Ausgeglichenheit noch genauer.

GRIESMEIER: Flexibilität soll Trumpf sein. Mit Spielerinnen wie Franziska Ramirez, Alexandra Kubasta, Annika Schmid, Urszula Lipska, Patricia Stefani und bald auch wieder Anna-Lena Artschwager wollen wir auf jeden Spielsituation eine Antwort parat haben. Zuletzt wurde Annika Schmid gegen Nellingen im DHB-Pokal in Manndeckung genommen. Prompt ergaben sich Freiräume am Kreis und für die Außenpositionen, die wir so gut nutzten, dass die Nellinger Hornets rasch diese Manndeckung wieder aufgaben.

Sehen Sie einen sogenannten Schokoladen-Bereich in ihrem Team?

GRIESMEIER: Nein, denn alle Seiten sind ausgeglichen. Annika Schmid kann im Rückraum rechts und links spielen, die Außenpositionen sind mit vier Spielerinnen variabel und am Kreis sind wir mit Stefanie Skenderovic und Kathleen Wiese ebenfalls stark besetzt. Da will ich niemand hervorheben.

Wie ist es der TuS Metzingen denn gelungen, nach der Enttäuschung 2006 mit dem verpassten Bundesligaaufstieg wegen der Pass-Affäre und dem knappen Verpassen der Playoffs in der Vorsaison erneut eine offenbar so starke Zweitliga-Truppe zusammenzustellen?

GRIESMEIER: Glück und harte Arbeit würde ich sagen. Wir haben genau überlegt, wer zu uns passen würde und wohl ein glückliches Händchen gehabt. Nach dem Abgang von Iris Cartarius war klar, dass wir eine geschlossene Mannschaft benötigen würden, deren Stärke über alle Positionen zum Tragen kommt. Es gelang uns, in Person von Lipska und Ramirez zwei spielstarke Akteurinnen zu verpflichten. Bei Kubasta kamen uns die Umstände beim 1. FC Nürnberg sehr zu Gute. Sabrina Duschner wollten wir schon vor einem Jahr verpflichten. Wir blieben hartnäckig und zäh, dann klappte es jetzt für diese Saison mit ihr. Wir locken die Spielerinnen mit einer Perspektive nach Metzingen. Geld ist nicht der entscheidende Faktor, sondern die berufliche Perspektive. Zudem werden zahlreiche Hilfestellungen geleistet. Ex-Schulrektor Michael Giehrl, unser Marketingmann, hilft beispielsweise derzeit Kathleen Wiese bei deren Bachelor-Arbeit. Urszula Lipskas Mann wollen wir einen Job besorgen und so weiter.



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