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Bange machen gilt nicht

VON FRANK PLEYER - 19.03.2008

VON FRANK PLEYER - 19.03.2008

Rösler und Lingner verlassen Zweitligist Metzingen. Griesmeier von Entscheidungen überrascht

Droht den Metzinger Zweitliga-Handballerinnen ein gewaltiger personeller Aderlass? Nachdem Milena Rösler und Carolin Lingner ihren Abschied angekündigt haben, könnte sich die Zahl der Abgänge weiter erhöhen, da zumindest bei Anika Kuhlmann, Steffi Skenderovic, Iris Cartarius und Marion Kaiser die Entscheidung noch offen ist. Auf der anderen Seite vermochten die TuS-Verantwortlichen noch keinen Neuzugang zu präsentieren.   
»Wir müssen mit den Rückschlägen klar kommen. Bange machen gilt aber nicht. Wir werden in der neuen Saison wieder eine schlagkräftige Mannschaft haben«, ist Trainer Jochen Griesmeier zuversichtlich. Allerdings musste er einräumen, dass ihn die Entscheidungen von Rösler und Lingner »sehr überrascht« hätten.

Die aus der eigenen Jugend hervor gegangene Milena Rösler hat beim VfL Sindelfingen einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben. Der Regionalliga-Tabellenführer marschiert mit Riesenschritten auf die zweite Liga zu.

Ein Grund für ihren Wechsel ist VfL-Trainer Jörg Plankenhorn. Die Sport- und Englisch-Studentin kennt den Ex-Metzinger seit Jahren. Zudem sehe sie beim Aufstiegskandidaten »momentan die bessere Perspektive«. Und schließlich reizt sie die Herausforderung, nach sechs Zweitliga-Jahren bei der TuS »etwas Neues zu probieren«. Auch Carolin Lingner bleibt im Schwäbischen. Die Sächsin, die in dieser Saison bislang vornehmlich als Einwechselspielerin zum Einsatz kam, schließt sich dem Liga-Rivalen TV Nellingen an. Sie habe »zu wenig Spielanteile« als Begründung für ihren Schritt angegeben, erklärte Griesmeier.

Nun schauen alle Augen auf Cartarius. Die 25-Jährige, neben Annika Schmid die Top-Torjägerin in der TuS-Mannschaft, wäre ein »Riesen-Verlust«, wie Teamkollegin Nadine Kaminski betont. Cartarius soll ein Angebot des deutschen Meisters 1. FC Nürnberg vorliegen, wo auf ihrer Position mit Nationalspielerin Ania Rösler bereits eine frühere Metzingerin unter Vertrag steht. Das umworbene TuS-Rückraum-Ass hält sich derzeit mit Aussagen über ihre Zukunft zurück.

»Wir könnten Iris überhaupt nicht böse sein, falls sie geht. Sie hat das Potenzial für die erste Liga«, sagt Coach Griesmeier. Man habe alles versucht, die Perspektiven in Metzingen aufzuzeigen: Dazu gehört, dass der Klub mittelfristig den Sprung in die Bundesliga schaffen will. Nicht nur die Mannschaft, auch das Umfeld marschiere in diese Richtung.

Bei dem Bemühen, für die neue Runde einen 14er-Kader zusammenzustellen, konnte aber erst mit Anna-Lena Artschwager, Annika Schmid und Patricia Stefani (wir berichteten) eine Einigung erzielt werden.

Kein wirtschaftliches Risiko

Griesmeier hofft, dass Linksaußen Christiane Haas in den nächsten Tagen ihren Vertrag verlängert. Schwieriger gestaltet sich die Angelegenheit aus beruflichen oder Studiums-Gründen unter anderem bei Nadine Kaminski, Marion Kaiser und Rachel Wilhelm. »Wenn's weiter mit dem Training machbar ist, würde ich noch ein Jahr dranhängen«, sagt Rückraumspielerin Kaminski.

Die Frage ist, ob Kaiser eine weitere Saison ihr BWL-Studium in Aalen und den Handball in Metzingen unter einen Hut bringen kann. Im Fall von Wilhelm hängt alles davon ab, wie belastbar ihr Knie nach langwierigen Meniskus-Problemen wieder ist.

Und warum hat's mit Neu-Verpflichtungen noch nicht geklappt? Finanzielle Bedenken oder »sicher auch eine gewisse Skepsis« über die Perspektiven der Turn- und Sportgemeinschaft hätten das bisher verhindert, erklärt Griesmeier. Die Probleme des Klubs in der jüngeren Vergangenheit wirken offenbar noch nach: »Obwohl keine Spielerin Angst haben muss, dass sie bei uns im März, April kein Gehalt mehr bekommt. Wir geben nur aus, was wir haben.« (GEA)   



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