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Rösler geht zum VfL Sindelfingen

18.03.2008 - LEOPOLD FREUDEMANN / ALEXANDER MAREIS/ ANSC

18.03.2008 - LEOPOLD FREUDEMANN / ALEXANDER MAREIS/ ANSC

Zweitligist TuS Metzingen verliert auch Lingner / Iris Cartarius hält noch dicht

Das Wechsel-Karussell dreht sich bei Frauenhandball-Zweitligist TuS Metzingen. Milena Rösler hat dem designierten Zweitliga-Aufsteiger VfL Sindelfingen zugesagt und Carolin Lingner wechselt zum TV Nellingen.

Milena Rösler spielt ab der neuen Saison für den designierten Zweitliga-Aufsteiger VfL Sindelfingen. Die 22-Jährige, die im sechsten Jahr in der Zweiten Bundesliga Süd für die TuS Metzingen im Einsatz ist, hat für ein Jahr zugesagt. "Ich freue mich auf die Aufgabe, es ist eine neue Herausforderung für mich", sagte Rösler gestern gegenüber unserer Zeitung. Seit ihrem vierten Lebensjahr spielt sie Handball für die TuS Metzingen und ist somit ein echtes Metzinger Eigengewächs.

Als Hauptgründe für den Wechsel sieht die Rechtsaußen die "gute, sportliche Perspektive" in Sindelfingen und auch "Trainer Jörg Plankenhorn", den sie aus ihrer gemeinsamen Metzinger Zeit bestens kennt.

"Ich bin sicher, dass wir eine gute Rolle in der Zweiten Bundesliga spielen können, dazu ist die Sindelfinger Mannschaft personell zu gut besetzt", meint Milena Rösler.

Beim VfL Sindelfingen, der vier Spieltag vor Saisonende mit sieben Punkten Vorsprung überlegen die Tabelle der Regionalliga Süd anführt, trifft sie auf ihre frühere Metzinger Mitspielerin Julia Högl und auch Julia Epple kennt sie vom gemeinsamen Studium.

Milena Rösler hat in der laufenden Zweitliga-Saison in 18 Spielen 49 Treffer erzielt und wird als Linkshänderin auf der Rechtsaußenposition eingesetzt.

"Wir haben eine junge, sehr gute Außenspielerin bekommen, die noch Potenzial nach oben hat", ist Sindelfingens rühriger Manager Jens Bermanseder vom Neuzugang aus dem Ermstal erfreut. "Milena Rösler hat in den letzten Jahren bewiesen, dass sie eine gute Zweitligaspielerin ist. Außerdem hat ihr unser Konzept gefallen, junge Spielerinnen aus der Region leistungsbezogen auf die Bundesliga hinzuführen."

Bald entscheiden möchte sich Iris Cartarius. Die 25-Jährige lässt noch keine Tendenz erkennen, wo sie in Zukunft spielen wird. "Es ist noch keine Entscheidung gefallen", beteuert die torgefährliche Rückraumspielerin der TuS.

Cartarius selbst hält derzeit also noch absolut dicht. Doch Insider glauben zu wissen, dass die torgefährliche Rückraumspielerin bereits beim deutschen Spitzenklub 1. FC Nürnberg ein Probetraining absolviert hat und dabei in der Noris durchaus überzeugen konnte. Eine Fürsprecherin dürfte Cartarius im Frankenland auch haben. Die deutsche A-Nationalspielerin Ania Rösler, als echte Metzingerin bei jeder Gelegenheit persönlich in der Öschhalle als Kiebitz vor Ort, hat in Nürnberg sicherlich Werbung für die Ex-Sindelfingerin betrieben. Ania Rösler, die große Schwester von Milena, avancierte beim "Club" zur A-Nationalspielerin, gewann dort die Deutsche Meisterschaft und misst sich im Europapokal mit der internationalen Spitze.

Es heißt zudem, dass Iris Cartarius dem schwäbischen Nachbarn Frisch Auf Göppingen abgesagt hat.

Über das Warum darf spekuliert werden. Kenner der Szene jedoch meinen, dass die Entscheidung von Wendy Smits, von der HSG Sulzbach/Leidersbach nach Göppingen und damit zu Ex-Trainer Emir Hadzimuhamedovic zu wechseln, die Gedankenspiele von Cartarius durchaus beeinflusst haben könnte.

Smits und Cartarius wurden während ihrer gemeinsamen Metzinger Zeit offenbar nicht die allerbesten Freundinnen. Beide Spielerinnen sind Leistungsträgerinnen, die ein Team führen und mit ihren kraftvollen Rückraumwürfen eine Partie fast allein entscheiden können.

Nur kann gerade dies auch bedeuten, dass man sich auf dem Spielfeld in die Quere kommt - weil beide Spielerinnen eine gewisse Führungsrolle und Privilegien für sich beanspruchen.

Nicht ganz so dominant tritt Carolin Lingner auf dem Parkett auf. Sie gilt eher als fleißige und unauffällige Arbeiterin. "Ich fühle mich in der Abwehr im Mittelblock sowie im Angriffsspiel am Kreis am Wohlsten," sagt die 21-Jährige, die vor zwei Jahren von der Zweiten Mannschaft des SV Union Halle-Neustadt ins Ermstal wechselte.

Nun läuft ihre Zeit in Metzingen ab, denn Lingner wird sich dem TV Nellingen anschließen. Stefan Haigis, der die "Hornets" auch in der nächsten Runde als Coach betreuen wird, darf sich über den Neuzugang aus der Sieben-Keltern-Stadt freuen. "Ich habe beim TV Nellingen schon fest zugesagt, aber noch nicht unterschrieben. Dies soll aber bald stattfinden. Zu den Gründen für meinen Wechsel möchte ich mich allerdings nicht äußern", lässt Carolin Lingner wissen.

Auf ihre Metzinger Zeit schaut sie insgesamt jedoch nicht mit Kram oder Groll. "Ich kam aus der Oberliga, spielte ja nur in der Zweiten Mannschaft von Union Halle-Neustadt. Ich war daher überrascht, dass ich früher als erwartet meine Bewährungschancen in der Metzinger Zweitligatruppe unter Trainer Hadzimuhamedovic erhielt."

Privat fühlt sich Lingner längst im Ermstal heimisch. Diese Realität lässt sie auch nicht an einen Wohnortwechsel denken. "Ich werde zwar die Spielerinnen-Wohnung, die der TuS gehört, verlassen. Aber ich ziehe nicht nach Nellingen um. Ich bleibe in der Region. Zumal ich beruflich in Reutlingen bei der Kreissparkasse arbeite und dort eine Ausbildung als Finanzassistentin absolviere", verrät Carolin Lingner.

Pessimisten werden sich nun jedoch fragen, welche Spielerin als Nächstes ihren Abschied aus Metzingen bekannt gibt. Die personellen Unruhen scheinen nun auch die zuletzt wenig überzeugenden Leistungen der "TuSsies" zu erklären. Gerade das Heim-Desaster gegen Abstiegskandidat TSG Ober-Eschbach war derart ungewöhnlich, dass etwas Gravierendes dahinter vermutet werden musste.



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Jochen Griesmeier

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