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Nackenschlag für die Zweitliga-Handballerinnen: Leistungsträgerin wechselt zum VfL Sindelfingen

VON GABRIELA THOMA - 3.04.2008

VON GABRIELA THOMA - 3.04.2008

Iris Cartarius reißt große Lücke   

Die Überraschung ist groß und der Schock sitzt tief: Spielmacherin Iris Cartarius wird nach vier Jahren zum Saisonende Handball-Zweit- ligist TuS Metzingen verlassen und zum VfL Sindelfingen wechseln. Das teilte die Torjägerin am Mittwoch öffentlich mit. »Für mich wird das Handballspielen künftig einfacher, weil Sindelfingen für mich vor der Haustüre liegt. Der Aufwand, immer nach Metzingen zu fahren, war schon sehr groß«, begründete die Leistungsträgerin ihren Entschluss, zum Regionalliga-Spitzenreiter zu wechseln.   
»Ich wohne in Holzgerlingen und arbeite als Physiotherapeutin in Böblingen«, führte die 25-Jährige aus. Allein private Gründe wie die Pflege ihrer Liebesbeziehung und der Beruf hätten den Ausschlag für den Wechsel gegeben. »Handball stand für mich noch nie an oberster Stelle. Ich habe mein Leben noch nie nach dem Handball ausgerichtet. Für mich ist Handball immer noch ein sehr aufwendiges Hobby, und um dieses ausüben zu können, muss dann alles zusammenpassen.« Mehr wollte und konnte die bisherige Denkerin und Lenkerin der TuS Metzingen zu ihrer Entscheidung nicht sagen.

Selbst ein finanziell höheres Angebot der Ermstälerinnen hätte die Mannschaftsführerin nicht umstimmen können: »Es ging nie ums Geld.« Das bestätigte Andreas Baumgärtner. »Wir waren ganz stark an einer Vertragsverlängerung mit ihr interessiert und haben einige Gespräche geführt. Aber leider kam es zwischen uns nicht zur weiteren Zusammenarbeit«, erklärte der TuS-Bundesliga-Abteilungsleiter. So sachlich mochte Jochen Griesmeier die Nachricht nicht aufnehmen. Nur mühsam konnte der TuS-Trainer seine abgrundtiefe Enttäuschung über diesen Nackenschlag verbergen.

»Ich bedaure ihren Schritt sehr und tue mich schwer, ihre Entscheidung nachzuvollziehen. Sie wird hier eine große sportliche und menschliche Lücke hinterlassen. Sie hat durch ihre Art und durch ihre Leistungsbereitschaft, durch ihr Potenzial sowie durch ihren Ehrgeiz die Truppe immer zusammengehalten«, sagte er. Und weiter: » Mir tut es sogar richtig weh, denn sie hatte maßgeblichen Anteil daran, dass ich vor einem Jahr nach Metzingen gekommen bin und dafür auch ein berufliches Risiko auf mich genommen habe.«

Nun würde eine wichtige Säule auch in der Zukunftsplanung der TuS wegbrechen. Gleichwohl sei ihr Wechsel auch etwas ganz Normales, selbst wenn nun verstärkt weiter daran gearbeitet werden müsse, in Metzingen tatsächlich eine Hochburg des Frauenhandballs aufzubauen. Bislang sind erst fünf Spielerinnen für die neue Saison unter Vertrag.

Unerwartet ist bei all dem, dass sich die ehrgeizige Rückraumspielerin, die erklärtermaßen sogar Erstliga-Ambitionen hat, mit ihrem Wechsel zurück zu ihrem Heimatverein zunächst von der Spielklasse nicht verbessert. Allerdings scheint der Zweitliga-Aufstieg des VfL unter der Regie des Ex-Metzinger Trainers Jörg Plankenhorn nur noch eine Formsache zu sein. Doch selbst die Aussicht, dass für Metzingen die Play-offs und damit der Erstliga-Aufstieg ebenfalls noch möglich sind, konnten Cartarius nicht zum Bleiben bewegen. (GEA)



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Jochen Griesmeier

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