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Dem knappen Sieg beim Schlusslicht entgegengezittert

ALEXANDER MAREIS - 7.4.2008

ALEXANDER MAREIS - 7.4.2008

TuS Metzingen bringt sich beim 35:33 in Marpingen selbst in Not - Schwache Abwehr

Kurioses Spiel im Saarland: Beim Ligaschlusslicht DJK Marpingen führte die TuS Metzingen fast permanent, lag nie im Rückstand, musste dennoch am Ende um die zwei Punkte beim knappen 35:33-Sieg zittern.

Annika Schmid (am Ball) und Iris Cartarius (links, im Hintergrund) erzielten zusammen 21 der 35 Metzinger Treffer in Marpingen.

Das Positive zuerst: Nach vier sieglosen Pflichtspielen (davon drei in der 2. Liga Süd) hat Frauenhandball-Zweitligist TuS Metzingen wieder einen doppelten Punktgewinn eingefahren. Der Sieg beim klar abgeschlagenen Schlusslicht und Absteiger DJK St. Michael Marpingen lässt den Ermstälerinnen weiterhin beste Playoff-Chancen, weil Konkurrent HSG Bensheim/Auerbach daheim nicht über ein Remis gegen Sachsen Zwickau hinauskam. Der Rückstand auf Bensheim beträgt daher nun nur noch ein Pünktchen - und das Bensheimer Restprogramm sieht zumindest eine kaum lösbare Aufgabe vor. Am 19. April gastiert die HSG (24 Pluspunkte) bei Meister Frisch Auf Göppingen (es folgt am letzten Spieltag ein Heimspiel in Bensheim gegen den TV Mainzlar). Die "TuSsies" (23 Zähler) erwarten am 19. April den SC Markranstädt, müssen am 26. April zur abschließenden Auswärtsaufgabe in Weibern antreten. Diese beiden Partien sind natürlich keine Selbstläufer. In der Form des Samstagabends werden es die Sieben-Keltern-Städterinnen schwer haben, ihr Saisonziel auf den letzten Metern dieses Kopf-an-Kopf-Rennens mit Bensheim zu erreichen. 33 Gegentore beim Tabellenletzten, der zuvor eine Bestmarke von 28 markierten Treffern bei der haushohen 28:48-Auswärtsklatsche am 22. September 2007 in Weibern aufwies, erfordern eine Ursachenforschung. Allerdings: Die Marpinger "Moskitos" absolvierten am Samstagabend auch ihr bestes Saisonspiel. Lange Zeit sah es im Saarland so aus, als würden die Gelb-Schwarzen einen sicheren Erfolg einfahren und damit die eindeutige Kräfteverteilung aus dem Tabellenbild unterstreichen. Kein einziges Mal gelang es der DJK St. Michael, sich eine Führung herauszuwerfen. Statt dessen lagen die Ermstälerinnen in der 28. Minute mit sechs Treffern (15:21) in Führung, ehe Wunderliches passierte. Bis zur Pause verkürzte Marpingen nach einer Mannschaftsauszeit auf 18:22. Nach dem Seitenwechsel zog die TuS zwar zweimal mit vier Treffern (24:20 in der 34. Minute und 25:21 in der 35. Minute) davon, doch bis zur 44. Minute hatten die Saarländerinnen dies zum 28:28 egalisiert. Und von nun an gehörten ganz deutliche Spielstände der Vergangenheit an. Richtige Spannung in der Marpinger Sporthalle war jetzt erstmals greifbar. Zwar warfen die TuS-Asse Schmid und Cartarius nochmals einen 30:28- und in der selben Reihenfolge auch einen 32:29-Vorsprung heraus, aber Brecska und zweimal Zägel per Siebenmeter erzwangen den 32:32-Gleichstand. Zudem schwächte eine Zeitstrafe von Annika Schmid das Gästeteam. Trotz der numerischen Unterzahl warf Milena Rösler die TuSsies in Führung, Iris Cartarius baute per Siebenmeter auf 34:32 aus. Die "Moskitos" rafften sich ein letztes Mal auf, verkürzten erneut durch Brecska in der 56. Minute auf 33:34. Es folgte eine zweieinhalbminütige Phase ohne jegliche Torerfolge, ehe Gästecoach Griesmeier zwei Minuten und zwölf Sekunden vor Ertönen der Schlusssirene eine Auszeit nahm. Die Worte des Trainers fruchteten: Steffi Skenderovic machte 14 Sekunden vor Schluss mit dem 35:33 alles klar.

"Mein Fazit ist durchwachsen: Zwar agierten wir in Sachen Spielanlage, Tempo und Angriffsverhalten gut, doch wiesen wir etliche Mängel in den Bereichen Passqualität, Torabschluss und Verwerten von sogenannten Freien auf", meinte TuS-Trainer Jochen Griesmeier. Sorgen bereitete ihm aber primär die Abwehrleistung: "Das war einfach schlecht, uns fehlte die Aggressivität. Marpingen kam auf den Halbpositionen oftmals leicht frei durch. Wir haben auch die Sicherung zum Kreis vernachlässigt. Es fehlte die Konzentration. Der Tabellenletzte wurde von uns förmlich stark gemacht", klagte Griesmeier.

"Leider haben sonstige Aktivposten wie Milena Rösler oder Patricia Stefani einen rabenschwarzen Tag erwischt. Christiane Haas vergab zudem ebenfalls viele Chancen. Zum Glück hat das Dreieck Rückraum-Kreis funktioniert", so Griesmeier.

21 der 35 TuS-Tore gingen aufs Konto von Cartarius (sie verlässt Metzingen in Richtung Sindelfingen) und Schmid. Immerhin gelangen Kaminski und Skenderovic zusammen auch noch acht Treffer.

SO SPIELTEN SIE

DJK Marpingen: Brill, Lißmann - Detzler, Buchholz (3), Scherf (5), Zägel (6/5), Jung (2), Müller (2), Brecska (9/2), Klein, Bauer (6), Hinsberger.

TuS Metzingen: Noppel, Mann-Kundt - Kaminski (3), Skenderovic (5), Wilhelm, Stefani (1), Haas (2), Rösler (1), Cartarius (11/1), Kaiser (2), Schmid (10/3).

Siebenmeter: 8/7 (Zägel verwandelt alle fünf Versuche, Brecska trifft bei drei Strafwürfen zweimal) - 4/4 (Cartarius verwandelt bei einem Versuch einmal, Schmid verwandelt alle ihre drei Versuche).

Zeitstrafen: Buchholz (2), Scherf, Klein, Bauer - Skenderovic, Schmid.

Schiedsrichter: Gentes/Franz (Kirkel/Mommenheim)

Zuschauer: 280.



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Jochen Griesmeier

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